The day after

Gestern um 10:44 hob die Schweizer Nationalbank SNB die Untergrenze von 1,20 für den Frankenkurs zum Euro auf. Sofort stieg der Franken in der Spitze auf 0,87 Cent, eine Aufwertung von 27%. Vermutlich als Folge weiterer Interventionen stieg der Kurs wieder auf ca. 1 : 1, seit gestern ist ein Franken ein Euro wert.

Auf einen Schlag erhöhten sich die Schulden der Vorarlberger Kreditnehmer um 500 Mio Euro. Bei einem alten Kreditsaldo von 100.000.- stehen nun € 112.500.- zu Buche.

 

Als Hoffnungsschimmer erhöhte die SNB dein Einlagenzinssatz auf -0,75%, die Schweizer Banken müssen somit dafür zahlen, wenn Sie ihr Geld bei der SNB parken. Das sollte mittelfristig den Aufwertungsdruck doch deutlich abschwächen.

 

In ersten Reaktionen war immer wieder das Argument zu hören, eine Nationalbank, und sei sie noch so mächtig, könne sich nicht nachhaltig gegen die Marktkräfte behaupten. Eines ist sicher: Wenn dem auch bei der FED oder der EZB so sein sollte, werden noch viel wildere Teufel von der Leine gelassen. Schließlich sind die Kurse der meisten Assetklassen seit 2008 eher eine Spiegelung der Geldpolitiken der großen Nationalbanken. Diese verfolgen das Ziel, die Zinsen niedrig, und die Aktienkurse hoch zu halten. Bei einem Systemversagen dieser - bislang erfolgreichen - Strategien droht ein Crash von viel weiterreichenden Ausmassen. 

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